ruhigere tage...

"Einfach mal einen Gang runterschalten!" Also das "einfach" kann ich direkt mal streichen. 

In diesem Urlaub fällt es mir ziemlich schwer abzuschalten. Ich bin Yogi, ich bin Läuferin, ich bin Mutter - man sollte meinen, ich kann gut entspannen und gut meinen Ausgleich finden, außerdem bin ich als arbeitende zweifach Mutter auch stresserprobt und weiß, wie man ein nahrhaftes Essen zubereitet, parallel dazu dem einen Kind die Welt erklärt, während man dem anderen Kind die Nase putzt und die blutende Schürfwunde versorgt. 


Ich möchte gar nicht sagen, dass ich den Urlaub nicht genieße. Im Gegenteil - Ich liebe ihn. Von mir aus kann es immer so weitergehen. Aber ich muss mich täglich mindestens einmal ermahnen langsamer zu machen und auch mal "ach egal" zu sagen. 

Sind wir alle um 9 Uhr noch im Pyjama, ist es doch wirklich egal. Warum also die Kinder zum anziehen drängen? Wenn Mads und Jesper am Strand mal wieder trödeln und die Ruhe weg haben, links und rechts gucken. Wieder ein paar Schritte zurückgehen, obwohl es doch längst Mittagszeit war und wir noch keinen Plan haben, was es zum Essen gibt - total egal. Wir haben doch keine Eile.

Mir fällt es schwer die Schnelligkeit, die momentan im Alltag herrscht hier im Urlaub rauszunehmen. Es ist eine gute Übung mich dazu zu zwingen und ich wünsche mir nichts mehr, als dass ich genug Zeit zum üben habe, um das dann direkt so in den Alltag mitzunehmen. 


Wir alle brauchen keinen Stress und keine Hetze.

Wir brauchen im Leben offenere Augen, um die richtig schönen Dinge, die manchmal ganz klein sind, zu sehen. Mehr Zeit zum zuhören, wenn unsere Partner/Kinder/Freunde reden. Wir brauchen offene Herzen, nette Menschen um uns herum, Zeit für gesellige Nachmittage und Abende mit lieben Menschen. Ganz einfach: Wir brauchen Zeit für die Dinge, die uns wirklich am Herzen liegen und uns wirklich wichtig sind.


Wie kann es sein, dass man an manchen Tagen Abends im Bett liegt und denkt: "Mist, nun habe ich es schon wieder nicht geschafft Oma endlich mal anzurufen.", aber meine Küche ist blitzeblank geputzt und auch sonst könnte man jederzeit im gesamten Haus vom Boden essen. Prioritäten falsch gesetzt. Natürlich möchte ich nicht im Schweinestall leben, aber davon bin ich definitiv weit entfernt, auch wenn ich mal ein paar Tage weniger im Haushalt machen würde.


Es ist schön sich selbst mal zu reflektieren. Ich mache mir im Urlaub kleine Notizen zu diesem Thema und überlege was ich ändern möchte. Von Zeit zu Zeit werde ich ins Notizheftchen gucken und mich sanft dran erinnern wie ich es doch gerne hätte! Mehr Gelassenheit - weniger Perfektionismus! 

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